Breitband in Deutschland: DSL wird zum Problem – Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat im aktuellen Bericht einen Überblick dazu gegeben, wie sich die Technologie und der Speed im Bereich der Internet-Zugänge entwickelt hat. Insgesamt unterscheidet man dabei nach drei Technologieklassen:

  • DSL und VDSL – die bekannten DSL ANschlüsse über das Telekom Kupfer-Kabelnetz. Mittlerweile wurden fast überall die Anschlüsse aufgewertet und es gibt VDSL Anschlüsse mit Speed von 50 oder 100MBit/s.
  • CATV – Diese Abkürzung bezeichnet die ehemaligen Koaxial-TV-Kabelnetze, die es in vielen Bereichen gibt. Vodafone hat mittlerweile fast den gesamten Bereich aufgekauft und als Internet-Anschluss aufgewertet.
  • FTTB/H – Damit sind Glasfaser-Anschlüsse gemeint, die direkt bis zum Haus oder in die Wohnung reichen und die auch die letzte Meile mit Glasfaser abdecken. Es gibt dann keine Kupferkabel-Bereiche mehr, die den Speed langsam machen könnte.

DSL ist dabei am besten ausgebaut und hat den höchsten Versorgungsgrad in Deutschland. Das ist aber gleichzeitig ein Problem, denn diese Technik erlaubt aktuell noch keine wirklich hohen Geschwindigkeiten. Meistens in bei maximal 100MBit/s Schluss, an einigen Standorten sind bis zu 200MBIt/s möglich. Gigabit Speed ist aber bei dieser Technologie noch nicht verfügbar.

Die Geschwindigkeiten staffeln sich je nach genutzter Technik wie folgt:

Den höchsten Speed gibt es also derzeit nur bei Techniken, die noch nicht so weit ausgebaut sind. Vor allem die reinen Glasfaser-Anschlüsse sind aktuell noch sehr selten und es wird wohl auch noch mehrere Jahre dauern, bis man hier vergleichbare Versorgungsgrade erreichen kann.

Das Ministerium schreibt im aktuellen Bericht selbst dazu:

Während der zunehmende Einsatz der Super-VectoringTechnologie zu einer gestiegenen Verfügbarkeit in den Bandbreitenklassen bis 200 Mbit/s beigetragen hat, sorgen in den höheren Bandbreitenklassen der Ausbau von TVKabelnetzen (CATV) auf Basis der DOCSIS 3.1-Technologie und der Ausbau von FTTB/H-Glasfasernetzen für Zuwächse. Bei der Breitbandverfügbarkeit lässt sich weiterhin ein Stadt-Land-Gefälle erkennen, die Verfügbarkeiten der unteren Bandbreiten im ländlichen und städtischen Raum nähern sich kontinuierlich an. Im städtischen/ halbstädtischen Bereich trägt die Technologie CATV und die Aufrüstung durch Super-Vectoring wesentlich zur Breitbandverfügbarkeit bei, im ländlichen Bereich überwiegt der Einsatz von Super-Vectoring. FTTB/H und CATV kommen im städtischen Bereich häufiger als im ländlichen Raum zum Einsatz, dabei überwiegend in Großstädten

Besonders bei den hohen Geschwindigkeiten liegt die Versorgung damit noch sehr niedrig und das lässt sich auch nicht so einfach ändern, weil man die DSL/VDSL Netze nicht einfach so auf Gigabit Speed pushen kann. Es braucht also neue Lösungen, wenn die Bundesregierung ihre Breitbandziel wirklich erreichen will und danach sieht es derzeit eher nicht aus.

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